Dieser Artikel ist entstanden, weil ich mir den Unmut über ein fehlendes Verständnis von Geschenken und Weihnachten von der Seele schreiben möchte.
Immer häufiger höre ich im Freundes- und Bekanntenkreis, dass sich Menschen nichts mehr zu Weihnachten schenken. Der erste Grund dafür ist die zunehmende Kommerzialisierung, und das sich Weihnachten doch nur noch um Geschenke dreht. Fragen wir uns bitte mal, warum wir Geschenke machen. Weihnachten ist – mal von rein religiösen Erklärungen abgesehen – ein Fest der Ruhe und der Liebe, an dem man sich Zeit für seine Liebsten nimmt. Sich Zeit nehmen fängt aber gerade mit Geschenken an, denn hier beschäftigt man sich notgedrungen mit den Wünschen der Liebsten und nimmt auch einen Aufwand auf sich, diesen Wünschen ein Stück weit nachzukommen.
Schenken ist Krimi!
Habe ich das richtige Geschenk gefunden? Beim Auspacken wird der Blick des Beschenkten bis aufs kleinste Detail untersucht. Funkeln die Augen, oder ist es ein eher verpflichtetes Lächeln, das den Ausdruck des Dankes übermitteln soll? Liebe Männer, schenkt Euren Frauen keine Haushaltsmixer, die 60er Jahre sind vorbei. Was mich anbetrifft, bin ich fast neugieriger darauf, wie meine Liebsten auf die Geschenke reagieren, die ich ihnen schenke, als auf meine eigenen Geschenke. Trotzdem bin ich immer dafür, ein Stückchen Neugier zu bewahren und nicht im Vorhinein alle Geschenke miteinander abzusprechen.
Geschenke sind Kommunikation!
Auch die teils abenteuerlichen Geschichten werden nach der Bescherung gern zum Besten gegeben, wie schwierig es war, an das ein oder andere Geschenk ranzukommen. Da wurde der Juwelier bestochen, die Post hat an eine Adresse in einem anderen Bundesland geliefert oder der Chef hat es fälschlicherweise als sein Geschenk verstanden. Wahrscheinlich werden mir die Intellektuellen nun vorwerfen, dass man keine Geschenke braucht, um Kommunikation zu machen. Sicherlich kann man sich nach dem gemeinsamen Familienfondue auch über den Weltfrieden oder die problematische Weihnachtsrede vom Bundespräsidenten unterhalten, aber die kleinen Geschichten der Liebsten sind häufig viel interessanter, wie uns Facebook täglich vorlebt.
Für alle die, die sich nichts schenken, weil ihre finanzielle Situation es nicht erlaubt, habe ich höchstes Verständnis. Von allen anderen glaube ich, ist das Nicht-Schenken ein Ausdruck von Faulheit, schließlich nehmen sie sich an diesem Fest nicht die Zeit, sich mit den Wünschen ihrer Liebsten auseinanderzusetzen. In diesem Sinne denkt noch mal darüber nach, Euch allen ein frohes Fest. Ich werde jetzt noch ein paar Geschenke einpacken…
P.S.: Bei uns haben die Kaufhäuser noch 3 Stunden geöffnet ; )