Verfasst von: Frank Mühlenbeck | Januar 29, 2008

Viral-Marketing und der Tipping Point – Wie man Botschaften verbreitet

Der Tipping Point ist der Punkt, an dem eine Botschaft sich verbreitet. Wie man bei einer Verbreitung einer Botschaft den Tipping Point erreichen kann, lernt man beispielsweise aus dem Buch „Tipping Point“ von Malcom Gladwell.

Der Tipping Point. Wie kleine Dinge Großes bewirken können.

Der Tipping Point hat unterschiedliche Faktoren.

Der Faktor Person

So gibt es Personen, die über sehr große Netzwerke verfügen. Gleichzeitig haben sie die Gabe, etwas zu verbreiten.

Früher dachte man, daß Personen dann miteinander funktionieren, wenn eine Person die andere in ihrer Haltung und ihrer Art zu reden kopiert. Diese Info wird bis heute gern in Büchern über NLP (Neurolinguistische Programmierung) vertreten. Laut Gladwell ist diese Theorie veraltet. Heutzutage geht man zu der Annahme über, dass es Menschen gibt, die eine Art „Ton“ oder „Rhythmus“ vorgeben. Sie dominieren die andere Person oder mehrere Personen automatisch. Genau diese Eigenschaft ist wesentlich für einen Spreader, einen Verbreiter von Botschaften.

Der Faktor Verankerung

Die Information, d.h. die Botschaft muß sich im Adressaten der Botschaft verankern. Eine lange Studie in den 60igern über die Sesamstraße hat gezeigt, wie lange man eine Botschaft testen und verändern und erneut überprüfen muß, bis sich die Botschaft beim Adressaten, in diesem Fall bei Kindern im Vorschulalter verankern läßt.

Ein anderes Beispiel stammt aus einem Versuch, Studenten einer Universität darüber zu informieren und dazu aufzurufen, sich impfen zu lassen. Hier wurden zwei Botschaften erstellt, eine nüchterne Informationsbroschüre und eine aufrüttelnde Broschüre mit erschreckendem Bildmaterial. Die Studenten reagierten zwar heftiger bei der bebilderten Broschüre, trotzdem ließen sich kaum mehr Studenten impfen. Erst bei einem zweiten Versuch, bei dem auf der Broschüre zusätzlich ein Gebäudeplan mit Erklärung des Standortes der lokalen Impfstation eingebaut wurde, konnten sehr viel höhere Zahlen an Impfungen registriert werden.

Der Faktor Umwelt – Situation

Je nachdem, in welcher Umgebung und in welcher Situation die Botschaft auf einen Empfänger trifft, kann sich die Botschaft verbreiten oder eben nicht. Daher sind die Umstände bei einer viralen Strategie zu berücksichtigen. Gladwell beschreibt sehr anschaulich die Problematik in der Vergangenheit von New York, die eine sehr hohe Verbrechensrate hatten. Die Lösung des Problems lag darin, die Umweltumstände zu verändern. Als entscheidende Strategie wertet er die Säuberung des U-Bahn-Systems, so daß keine Graffitis mehr zu finden waren. Diese waren maßgeblich dafür verantwortlich, daß Menschen Unrecht als „normalen Lebensumstand“ empfanden. Weitere Schritte wie die Erstellung von polizeilichen mobilen Einheiten, die Schwarzfahrern Handschellen anlegten etc. führten schließlich dazu, daß die Verbrechensrate sank.


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